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07.2015

12/2013: Alles andere als ein Selbstläufer: Gutes Gesundheitsmanagement

Quelle: dpa

Neulich las ich im Handelsblatt (28.11.2013), dass die Deutschen im Schnitt 45 Jahre alt sind. Sämtlichen Chefs und Vorständen müssten da die Knie zittern. Denn: Mehr als jeder vierte Mitarbeiter scheidet derzeit mit 55 Jahren krankheitsbedingt aus dem Job aus, glaubt man einer Studie der Strategieberatung Roland Berger. Im Krankheitsfall fehlen ältere Mitarbeiter zudem deutlich länger als jüngere.

Doch anstatt in Panik auszubrechen, stemmen sich immer mehr Unternehmen gegen diese düstere Entwicklung. Das zeigen zum Beispiel die rekordverdächtigen Bewerberzahlen des diesjährigen Corporate Health Awards: 323 Konzerne und Betriebe kämpften mit ihren Konzepten für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) um den Titel „gesündestes Unternehmen Deutschlands“.

Grundlegende Strukturen umkrempeln
Die Firmen, die noch nicht so weit sind, können von den Preisträgern vor allem eines lernen: BGM ist kein Selbstläufer. Wer Leidenschaft, Zeit und Fachwissen geschickt investiert, wird jedoch reich belohnt.

Die Sieger holten den Betriebsrat an Bord, gründeten Teams aus Betriebsärzten und HR-Experten, zogen externe Berater hinzu. Sie machten Führungskräfte zu Vorbildern, warben offensiv und mit persönlicher Ansprache für Sportangebote und Anti-Burnout-Seminare. Die Belegschaft banden sie bei der Entwicklung der Maßnahmen eng mit ein. Sie stellten das Speisenangebot im Betriebsrestaurant um und machten es zum Info-Center für Gesundheits- und Ernährungsthemen.

BGM braucht einen Plan
Entscheidend ist, dass die Einzelmaßnahmen immer Teil einer umfassenden Strategie sind. Gezielt wurde die gesamte Unternehmenskultur umgekrempelt: Das Wohlbefinden der Beschäftigten rückt in den Mittelpunkt. Die prämierten Unternehmen haben es geschafft, dass sich selbst die Mitarbeiter, die BGM bisher trotzig ablehnten, mit den Themen Ernährung und Bewegung auseinandersetzen.

Die Arbeitgeber profitieren nachweislich von produktiveren Beschäftigten und sinkenden Krankheitstagen (um bis zu 40 Prozent!) – was eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger belegt. Und obendrein gibt es einen gewaltigen Imagegewinn. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, finde ich.

Ich hoffe, dass die Medienwirkung des Corporate Health Awards noch viele Führungsetagen zur Einsicht bewegt, jetzt zu handeln.

Ihr Udo Sanne

Geschäftsführer der s.Bar


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